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Morlock, 
1971 in Pforzheim geboren, versteht sich als aufmerksamer Beobachter, Zeitzeuge und Geschichtenerzähler mit einer starken Faszination für alle menschlichen Facetten, insbesondere der eigenen. Die Malerei ist dabei bevorzugtes Medium, sein experimenteller und intuitiver Ansatz erlaubt unterschiedlichste Ausprägungen, frei von stilistischen Zwängen.

SELECTED WORK SERIES MORLOCK

Leaders

2013 bis heute

Die Mächtigen der Welt, sollen wir sie respektieren, bewundern, fürchten, verachten? Wie verändert "die Bürde des Amts" den Menschen? Gefangener in der Hülle der Rolle, sich selbst verloren im Palast der Puppenspieler? Oder in Balance zwischen Treue zum eigenen Wesen und Treue zur politischen Notwendigkeit? Vom vermeintlichen Messias bis zur menschlichen Enttäuschung in nur einer Amtszeit, der Weg ist steinig und abschüssig, sein Ende unvorhersehbar. Was übrig bleibt von den Lichtgestalten, den Eisernen, den schlecht Beratenen oder den Standhaften, der Lauf der Geschichte wird es zeigen. Sie verleiht die Titel, ehrenhafte und unrühmliche.


inside out - Orchester d. Teilpersön-lichkeiten

2013 bis heute

Was wir als DIE oder UNSERE Persönlichkeit bezeichnen, ist in Wirklichkeit ein deutlich komplexerer Plural. Ein ganzes Team von Teilpersönlichkeiten orchestriert unser Leben, in ganz individueller Zusammensetzung, unterschiedlich intensiv. Wir haben die Möglichkeit, abhängig von unserem Bewusstseinszustand, entweder zu dirigieren oder durch die wilde Verselbstständigung unserer Anteile ferngesteuert zu sein (mit zahlreichen Abstufungen dazwischen). Für jede Lebenslage und Herausforderung gibt eine unterschiedliche Teilpersönlichkeit den Solisten, während das übrige Orchester begleitet. In feiner Abstimmung entsteht ein harmonischer Gesamteindruck, entscheidend ist dabei die Integration aller Anteile, der leisen und der lauten, der weichen und der scharfen, der Lichter und der Schatten. Balance entsteht durch radikale, alle Facetten einbeziehende Selbstakzeptanz und den bewussten Blick auf das große Selbst.


Power Sketchings

2013 bis heute

 

 

Die Dynamik der Linie, die Konstruktionszeichnung, das impulsive Herantasten an die Form, weit wichtiger als Präzision. Im Groben das Feine. Emotional bewegt und aufgeladen, der hohe Energiegehalt psychischer und physischer Erfahrungen führt zu einer Entladung auf Leinwand. Das Herz führt die Hand. Die Befreiung der Energien des Seins, ihre Weitergabe an den Betrachter, ein Geschenk. Kraft durch Skizze. 

 


Staub zu Staub

2013

 

 

Wenn ein Ereignis in deinem Leben alles zu Staub zerbröseln lässt, was du bisher als "Normalität" betrachtet hast, wenn Beziehung, Job, Rituale, Prioritäten, Zukunftsplanung, Kraft, Selbstsicherheit und Existenz sich auflösen, was bleibt dann noch übrig?

Es ist, als ob ein verheerender Waldbrand alles auslöscht, was du als Lebensraum definiert hast, und nur Asche und verbrannte Erde hinterlässt. Alles verschwunden, ein Inferno hat die Person verschluckt, die du einmal warst, nur eine gewaltige Leere offenbart sich dir, ein bedrohliches Gefühl der Einsamkeit. Das Kind in dir weint.

Wenn der Schock nachlässt, besinnst du dich deiner Stärke und deines Willens zu überleben, nichts anderes hat Platz. Dieser gesunde Egoismus verursacht einen seltsam klaren Blick auf das Wesentliche. Ganz allmählich begreifst du, dass die scheinbare Leere in Wirklichkeit fruchtbares Land ist, welches du ganz nach deinen Wünschen und Vorstellungen neu "begrünen" kannst. Alles steht dir offen, du hast nichts zu verlieren.

Ein Art tektonische Verschiebung hat stattgefunden. Das Beben kündigte die Trennung der alten Welt von der neuen an, nun bewegen sich die Kontinentalplatten unaufhaltsam auseinander. Während die alte Welt verkümmert und letztlich abstirbt, wächst und gedeiht das Leben in der neuen. Die Sonne geht auf, es herrscht Aufbruchstimmung.

Es liegt immer bei dir selbst, aus welchem Blickwinkel du die Nahtoderfahrung einer schweren Krebserkrankung betrachtest. Opferrolle oder Chance, wie entscheidest du dich?

 


Krebs ist der neue Punk

2012 bis heute

 

Die Parallelen sind für mich deutlich erkennbar. In seinem ursprünglichen Sinne bedeutet „Punk“ so viel wie faulendes Holz, also etwas Wertloses (für die Gesellschaft). Meine Krebserkrankung und die damit verbundene Chemotherapie haben mich aus der Mitte der Gesellschaft an deren Rand gespült, und darüber hinaus. Mein Äusseres wurde zur Provokation, ich entfremdete mich von meinen Mitmenschen und von mir selbst, Blicke gingen zu Boden. Die Distanzierung vom „normalen Menschenbild“ gab mir das Gefühl, zum Aussenseiter zu werden, eine Rolle, die ich niemals zuvor in meinem Leben besetzt hatte. Der Drang, alte Glaubenssätze und Werte abzulegen um in einem neuen Wertesystem aufzugehen, veränderten mein Denken und Handeln. Die radikale Haltung „Mach kaputt was dich kaputt macht!“ (Meine Interpretation: „Brich mit allem, was dir nicht gut tut!“) und „no future“ („just now!, nur das Jetzt zählt“) sind ebenso Kinder des Punk, wie auch der Mut zur Wut/zur Aggression oder das „radikal egal“ (drauf geschissen, was andere von dir denken). Damit kann ich mich identifizieren.

Krebs ist ein emotionaler Uppercut, gefolgt von einem Leberhaken und einer Rechten auf den Solarplexus. Du willst dem Leben laut „Fick dich“ zurufen, nichts weiter als eine impulsive Bestrafung für seelische Verletzungen, denn in Wahrheit liebst du es, dich lebendig zu fühlen. Dein Nihilismus bezieht sich nicht auf das Leben selbst, sondern auf dieses fremdkonstruierte Korsett aus Erwartungen und Scheinverpflichtungen. Punk ist die Befreiung von Konventionen und steckt als Wunsch ganz tief in jedem von uns. Krebs ist Punk, ich bin Punk, jeder kann Punk sein, ganz egal wie du aussiehst.

Die großartige „Einfach machen“-Mentalität des Punk wünsche ich mir und meinen Mitmenschen, denn sie ist heilsam. Wenn ich es schaffe, auch nur Einen von der enormen Kraft zu überzeugen, die in einem Schicksalsschlag steckt, dann haben sich die Strapazen gelohnt.


We are Zombies

2010

 

 

Genau das sind wir. Konsumanreizen folgen wir blind und lieben es, wenn uns jemand sagt, was zu tun ist. Dabei lässt uns das Gefühl nicht los, dass etwas nicht stimmt. Ich bin leblos, aber auf den Beinen. Ich fresse, werde aber nie satt. Ich wandle in menschlicher Gestalt, bestimmt von diesem einen, tierischen Trieb, der mich zum Überlebensegoisten macht, während ich langsam verrotte. Der Zombie ist eine Gestalt von großer Symbolkraft, er hält uns "bewussten" Lebewesen den Spiegel vor. Wir ekeln uns vor seiner Abscheulichkeit, in Wirklichkeit ist es der Selbstekel, welcher uns quält.

 


Ashes to Ashes

2010 bis 2011

 

 

Das menschliche Wesen und seine Faszination für Geld. Dieses Stück Papier, dessen Wert irgendwer irgendwann bestimmt hat, und das uns bestimmt. Wir sind bereit, dafür zu töten oder unser Leben zu opfern. Wer keines hat, will es haben. Wer viel davon hat, will noch mehr davon haben. Unsere wahre Natur verschwindet in einem Auflösungsprozess, in einem Nebel der Gier, übrig bleibt die Dominanz des einen Triebs. Wie Zombies.

 


Wunde Mensch

2006 bis heute

 
 

Der Mensch und sein Menschsein. Ich grabe tief nach schmerzhaften Themen, will entdecken, aufdecken, was weh tut. Ein Blick auf die Ahnenreihe, auf Prägungen und Muster, auf die Klötzchen am Bein, die Schmerzimpulse, die Zusammenhänge. Die ganze Komplexität des Familien-Mobilées will entschlüsselt werden. Meine Psyche ist eine Mine, die einen verborgenen Schatz in sich trägt. Es ist meine Aufgabe, ihn zu heben und zu teilen.

 


BERLIN

2006 bis Heute

 
 

Berliner G'schichten aus der Sicht eines immer wiederkehrenden Besuchers und Liebhabers der Stadt. Situationen, Stories, Selbsterlebtes, Typen und Klischees, dies alles findet sich in den Bildern wieder. Eine Liebeserklärung an dieses sich stetig wandelnde Monster aus Beton, an diesen unerschöpflichen Quell der Inspiration, an diese hässliche Schönheit.

 

 


MORLOCK
* 1971

Schon als Kind brachte er seine Kreativität mit verschiedensten Mitteln zum Ausdruck, war permanent am Zeichnen, Malen, Basteln, Erschaffen...Konsequenterweise folgte er dem kreativen Weg über Kunst-Leistungskurs, diverse Praktika im Kreativ business, Grafikschule in Karlsruhe bis zum Studium der Visuellen Kommunikation mit klassisch künstlerischer Grundausbildung.

Durch diese Vielfalt an Erfahrungen und Morlocks Freude am Experimentieren sind seine Werke von sehr unterschiedlichen Ausdrucksformen geprägt. Die stilistischen Einflüsse reichen von Comic und Urban Art/Street Art über die klassischen Künste bis zum Figurativen der Leipziger Schule. In den Arbeiten finden sich zum Teil sehr persönliche Elemente und eigene emotionale Zustände wieder, aber auch die Lust an grafischen Formen und skurrilen Charakteren. Er bedient sich verschiedenster Materialien, recycelt und kombiniert auf ungewöhnliche Weise, testet die Reaktionen der einzelnen Bestandteile miteinander.

Das künstlerische Arbeiten bedeutet für ihn das Versinken im kreativen Prozess, Auflösung von Zeit und Raum und dadurch Befreiung und neue Energie. Die Malerei dient ihm als heilsames Ventil, um Erlebtes umzuwandeln und als inspirierende Kraftquelle und Impulsgeber zu nutzen. Das Ergebnis sind tiefgründige Werke, die den Betrachter in ihrer Unbequemlichkeit herausfordern und zur Selbstreflexion animieren.

In seiner aktuellsten Serie verarbeitet Morlock insbesondere die Erfahrungen seiner kürzlich erlittenen Krebserkrankung. Im künstlerischen Schaffensprozess werden Wut und Schmerz transformiert und manifestieren sich in einer großen Kraft und neuer Lebensgier, mit der Bereitschaft die zweite Chance als Geschenk anzunehmen und sich den Herausforderungen einer bedingungslosen Konfrontation mit dem Menschsein mit allen seinen Licht- und Schattenseiten zu stellen. In den Arbeiten dieser Reihe spiegeln sich die Entfremdung des eigenen Körpers, die groteske Verwandlung, die mit der Krankheit einhergeht, die gefühlte Auflösung des Selbst und Auseinandersetzung mit dem Tod, das ambivalente Schwanken zwischen Aussichtslosigkeit und Hoffnung... und die mit der Heilung verbundene Wiedergeburt, dem durch die Zerstörung eingeleiteten Wandel.

Morlock lebt und arbeitet im Münchner Umland, in der Nähe von Landsberg a.L. 


EXHIBITIONS

2014 - 11-12 | Galerie Cornelia Walter » Kunstgriffe 2014 «
2014 - 10 | Morlock Solo Show » human being «, Farbenladen, München
2014 - 06 | Galerie Cornelia Walter » Münchner Kindl «
2014 - 05 | STROKE ART FAIR - München, Galerie Cornelia Walter, Group Exhibition
2014 - 03-04 | Galerie Cornelia Walter » STROKE 2014 Preview «

2013 - 12 | Galerie Cornelia Walter » Kunstgriffe 2013 «
2013 - 11 | Morlock Solo Show » inside out « Provisorium, München
2013 - 07 | Galerie Cornelia Walter » Energien des Seins «
2013  - 05 | STROKE ART FAIR München, Paintuition Group Exhibition

2011 - 09 | Paintuition Solo Show, ART BABEL, München
2011 - 05 | Paintuition Solo Show, Stachuspassagen, München
2011 - 05 | STROKE ART FAIR München, Paintuition Group Exhibition

2010 - 05 | STROKE ART FAIR München, Paintuition Group Exhibition